
Diese Vortragszusammenfassung behandelt die Bedeutung der heiligen drei Monate im islamischen Kalender, basierend auf unserem wöchentlichen Vortrag vom 21. Dezember 2025.
Die zwölf Monate im islamischen Kalender
Der islamische Kalender besteht aus zwölf Monaten, die seit der Erschaffung von Himmel und Erde von Allah festgelegt wurden. Diese Monate sind:
- Muharram
- Safar
- Rabi‘ al-Awwal
- Rabi‘ al-Akhir
- Jumada al-Ula
- Jumada al-Akhira
- Rajab
- Sha’ban
- Ramadan
- Shawwal
- Dhu al-Qa’da
- Dhu al-Hijja
Da der islamische Kalender ein Mondkalender ist, verschiebt sich jedes Jahr um etwa 11 Tage nach vorne im Vergleich zum gregorianischen Kalender. Deshalb fallen die islamischen Monate und Feiertage jedes Jahr auf andere Daten.
Die vier heiligen Monate (Haram-Monate)
Von diesen zwölf Monaten sind vier als heilige Monate (Aschur al-Hurum) gekennzeichnet:
- Muharram – Der erste Monat des islamischen Jahres
- Rajab – Der siebte Monat, alleinstehend
- Dhu al-Qa’da – Der elfte Monat, wegen der Hadsch-Vorbereitungen
- Dhu al-Hijja – Der zwölfte Monat, der Monat der Pilgerfahrt
Die letzten drei dieser Monate liegen zusammenhängend und stehen in direktem Zusammenhang mit der Pilgerfahrt (Hadsch). In diesen Monaten war es den Arabern bereits vor dem Islam verboten, Krieg zu führen – eine Tradition, die der Islam bestätigte und beibehielt.
Der Koranvers über die heiligen Monate
Allah sagt im Koran:
„Wahrlich, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf Monate; (so sind sie) im Buche Allahs (festgelegt worden) seit dem Tage, da Er die Himmel und die Erde erschuf. Von diesen (Monaten) sind vier heilig. Das ist der beständige Glaube. Darum versündigt euch nicht in diesen (Monaten). Und bekämpft die Götzendiener allesamt, wie sie euch allesamt bekämpfen; und wisset, dass Allah mit denjenigen ist, die Ihn fürchten.“ (Sure at-Tawba, 9:36)
Dieser Vers macht deutlich: Die Einteilung der Monate und ihre Heiligkeit sind keine menschliche Erfindung, sondern von Allah seit Anbeginn der Schöpfung festgelegt. In diesen Monaten sollen Muslime besonders darauf achten, keine Sünden zu begehen.
Die heiligen drei Monate: Rajab, Sha’ban und Ramadan
Neben den vier Haram-Monaten gibt es eine besondere Tradition, die drei aufeinanderfolgenden Monate Rajab, Sha’ban und Ramadan als „heilige drei Monate“ zu betrachten.
Es ist wichtig zu wissen: Die Hadithe, die speziell diese drei Monate als zusammengehörige Einheit hervorheben, sind in ihrer Authentizität umstritten. Gelehrte diskutieren, ob es eine spezifische Überlieferung gibt, die genau diese Dreierkombination besonders heiligt.
Nichtsdestotrotz hat jeder dieser Monate seine eigene, gut belegte Bedeutung:
Rajab ist einer der vier Haram-Monate und steht als einziger dieser heiligen Monate allein, getrennt von den anderen drei, die zusammenhängen. Seine Heiligkeit ist durch den Koran selbst bestätigt.
Sha’ban ist der Monat, in dem der Prophet Muhammad ﷺ am meisten freiwillig gefastet hat. Es ist überliefert, dass er in diesem Monat besonders viel fastete – mehr als in jedem anderen Monat außer dem Ramadan. Sha’ban dient als Vorbereitung auf den kommenden Fastenmonat.
Ramadan ist der Monat der Offenbarung des Korans und der Pflichtfastens. Seine Bedeutung ist unbestritten und im Koran direkt erwähnt.
Besondere Nächte in diesen drei Monaten
In diesen drei Monaten befinden sich einige der bedeutendsten Nächte im islamischen Kalender:
Regaib-Nacht – Der erste Donnerstagabend im Monat Rajab. Die nächste fällt auf den 2. Januar 2026. In dieser Nacht soll der Prophet Muhammad ﷺ empfangen worden sein.
Miradsch-Nacht (Laylat al-Mi’raj) – Die 27. Nacht des Monats Rajab. In dieser Nacht unternahm der Prophet Muhammad ﷺ seine Himmelsreise, bei der ihm das fünfmalige Gebet als Pflicht auferlegt wurde.
Berat-Nacht (Laylat al-Bara’a) – Die 15. Nacht des Monats Sha’ban. Diese Nacht wird auch „Nacht der Vergebung“ genannt. Es wird überliefert, dass Allah in dieser Nacht besonders viele Menschen von ihren Sünden befreit.
Kadir-Nacht (Laylat al-Qadr) – Die 27. Nacht des Monats Ramadan (wobei sie auch in anderen ungeraden Nächten der letzten zehn Tage sein kann). Der Koran sagt über sie: „Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.“ (Sure al-Qadr, 97:3)
Wie sollten wir diese Zeit nutzen?
Auch wenn die Überlieferungen über die „heiligen drei Monate“ als Einheit umstritten sind, steht außer Frage, dass jeder dieser Monate seine eigene Bedeutung hat. Die Zeit von Rajab bis Ramadan bietet eine besondere Gelegenheit zur spirituellen Vorbereitung:
Im Rajab können wir beginnen, uns auf den Ramadan vorzubereiten – durch vermehrtes Gebet, Dhikr und das Ablegen schlechter Gewohnheiten.
Im Sha’ban können wir das freiwillige Fasten üben, wie es der Prophet ﷺ tat, und uns mental und körperlich auf den Fastenmonat einstimmen.
Im Ramadan ernten wir dann die Früchte dieser Vorbereitung und nutzen die gesegnete Zeit für intensive Ibada.
Es gibt ein bekanntes Bittgebet, das manche Gelehrte für den Beginn des Rajab empfehlen: „Allahumma barik lana fi Rajab wa Sha’ban wa ballighna Ramadan“ – „O Allah, segne uns im Rajab und Sha’ban und lass uns den Ramadan erreichen.“


